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Kino 13.09.2026

Heute läuft ein Film für die Ewigkeit im TV: Ich habe schon in der Schule gelernt, ihn zu lieben

Heute läuft ein Film für die Ewigkeit im TV: Ich habe schon in der Schule gelernt, ihn zu lieben
Statt langweiligem Schulstoff wurde im Unterricht ein Meisterwerk analysiert, das für mich bis heute unvergessen ist. Heute läuft das filmische und erzählerische Epos im TV.

Kurz vor den Schulferien wurde der Medienwagen ins Klassenzimmer gerollt und die letzten Stunden mit Filmen gefüllt. Doch das Mafia-Epos Der Pate von 1972 war kein Zeitvertreib, sondern Teil des Unterrichts. Zum ersten Mal lernte ich anhand dieses Meisterwerks die Filmanalyse kennen, als die ersten Minuten seziert wurden. Das begeisterte mich auch für Der Pate, der selbst nach 54 Jahren nichts von seiner Kraft verloren hat.

Am heutigen Sonntag, den 13. September 2026, zeigt Arte den Film von 20:15 Uhr bis 23:00 Uhr. Eine Wiederholung gibt es leider nicht, doch ihr könnt Der Pate auch bei Prime Video und weiteren Anbietern im Stream sehen.

Mafia-Epos Der Pate erzählt von Bandenkriegen und Familie

Die Geschichte von Der Pate stammt aus der Feder des Romanautors Mario Puzo der gemeinsam mit Regisseur Francis Ford Coppola das Drehbuch verfasste. Darin kehrt der jüngste Sohn von New Yorks mächtigstem Mafia-Boss Don Vito Corleone (Marlon Brando) nach Hause zurück.

Michael (Al Pacino) hat mit den Machenschaften seiner Familie nichts zu tun. Gemeinsam mit seiner Freundin Kay (Diane Keaton) will er sich ein bürgerliches Leben aufbauen, doch schon bald überschlagen sich die Ereignisse.

Don Vito will sich aus dem boomenden Drogenhandel raushalten und gerät dadurch in einen Konflikt mit dem Gangster Virgil ‘Der Türke’ Sollozzo (Al Lettieri). Als Don Vito mit gesundheitlichen Problemen kämpft, übernimmt Michael kurzfristig die Geschäfte seines Vaters, doch ein blutiger Bandenkrieg entbricht und Michael muss sich entscheiden, ob er ein bürgerliches Leben mit Kay führen will oder sein Seelenheil für die Familie opfert.

Meisterwerk Der Pate ist ein Paradebeispiel für filmisches Erzählen

Schon die ersten Minuten von Der Pate sind absolut fesselnd und setzen den Ton für den gesamten Film. Während draußen laut und fröhlich die Hochzeit seiner Tochter gefeiert wird, sitzt Don Vito in seinem dunklen Büro. Seine Präsenz und Macht sind so deutlich, dass es keiner lauten Worte oder großer Gesten bedarf, um seine Stellung zu verdeutlichen.

Stattdessen spielt er mit einem Kätzchen auf dem Schoß, eine improvisierte Szene, die einer Eingebung Coppollas folgte. Damit zeigt sich eine weitere Seite Corleones, nämlich die des Familienvaters, der sich um den Schutz seiner Sprösslinge sorgt. Dennoch bleibt er der eiskalte Mafioso und in der Art, wie Musik, Licht und Kameraführung eingesetzt sind, zeigt sich ganz deutlich, dass man mit Don Vito Corleone besser keine Geschäfte eingeht.

Als Zuschauer will man nicht mit einem eiskalten Mörder wie Vito mitfiebern, doch Brando strahlt in vielen Szenen einen väterlichen Charme aus, dem man sich nicht entziehen kann. Außerdem stehen ihm viel schlimmere Gangster entgegen, die dem Familienmenschen nach dem Leben trachten. Nicht nur filmisch, auch erzählerisch ist Der Pate ein Geniestreich, der uns immer wieder an die Grenzen der Empathie führt.

Neben der Schule begegnete mir das Meisterwerk auch später in Drehbuch- und Dramaturgie-Kursen. Denn die großen Wendepunkte in der Handlung kann man fast minutengenau an den dramaturgisch idealen Stellen verorten. Auch die Figurenentwicklung Michaels, der sich vom Außenstehenden zum Oberhaupt hocharbeitet und dafür einen hohen Preis bezahlt, gilt als Paradebeispiel für eine fesselnde Charakterzeichnung.

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Der Pate gewann 1973 drei Oscars für den besten Film, den besten Hauptdarsteller (Brando) und das beste adaptierte Drehbuch. Außerdem wurde er in acht weiteren Kategorien nominiert. Wer Der Pate noch nicht gesehen hat, sollte dies unbedingt nachholen, aber auch wer ihn schon kennt, wird mit Sicherheit Neues entdecken, wenn man auf die filmischen und dramaturgischen Details achtet.

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